Geschützter Raum für Herz und Seele

Mon, 17 Dec 2018 11:23:50 +0000 von Ev.-luth. Kirchenkreis Uelzen

(aus der „StippVisite“ 02/2018, S. 4):

Unsere Klinikseelsorge bietet auch Mitarbeitern Unterstützung in Krisenzeiten

Eigentlich bräuchte meine Seele auch mal was ... ", sagte neulich eine Mitarbeiterin seufzend, als sie auf dem Weg zu einem Patienten die Seelsorgerin traf. Wie recht sie hat! Die beruflichen Anforderungen im Klinikalltag sind für Pflegende, Therapeuten und Ärzte enorm. Tagtäglich müssen sie schwierige Situationen meistern und werden mit existenziellen Fragen seitens der Patienten und Angehörigen konfrontiert. Das lässt sich bei Dienstschluss nicht immer wie ein Kittel ablegen. Umgekehrt lösen sich beim Betreten der Klinik auch die privaten Nöte nicht einfach auf, ebenso wenig die Sorgen um kranke oder pflegebedürftige Angehörige sowie die eigene Trauer nach Tod, Trennung und anderen Abschieden. Um Patienten weiterhin angemessen beistehen zu können und dabei selbst körperlich und seelisch gesund zu b leiben, braucht es Raum, um Belastendes mitteilen und Bewältigungsstrategien entwickeln zu können. Auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des HGZ steht in solchen Fällen die Klinikseelsorge zur Verfügung, und zwar unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit. Die Angebote umfassen vertrauliche Einzelgespräche, Reflexionsgespräche im Team sowie weitere seelsorgliche Begleitung. Diese Aufgaben hat die Stiftung Herz und Seele mit im Blick, wenn sie sich mit ihren vielfältigen Aktionen für den dauerhaften Erhalt der Seelsorgearbeit im HGZ engagiert. So sollen schon jetzt aus den Zinserträgen des Stiftungskapitals Fortbildungsangebote für Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter finanziert werden. Für den 22. November etwa ist ein Fortbildungstag zum Thema „Trauer am Arbeitsplatz - eine Herausforderung für Führungskräfte“ geplant. Im Rahmen ihrer jährlichen Pflegekonferenz werden sich die pflegerischen Stationsleitungen des HGZ mit diesem Thema beschäftigen. Die Referentin Annika Schlichting von der Beratungsstelle CHARON in Hamburg wird ihnen Wege aufzeigen für einen gesunden und authentischen Umgang mit trauernden Menschen im Arbeitsteam. Wie können sie diesen im Spannungsfeld zwischen persönlicher Fürsorge und beruflichen Anforderungen gerecht werden? Die Rolle als Führungskraft steht hierbei im Fokus. Das Kuratorium freut sich, mit Sabine Gerhardt ein neues Mitglied gefunden zu haben, das dieses Anliegen unterstützt. „Es ist uns wichtig, dass es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern körperlich und seelisch gut geht, unsere Patienten und deren Angehörige spüren es in jedem Fall“, sagt unsere Pflegedirektorin. „Es ist ein wichtiger Beitrag zur Gestaltung des HGZ als gesundheitsförderndes Krankenhaus.